Archiv der Kategorie ‘Zensur‘
Mittwoch, den 23. Dezember 2009
Heinz Schuler befasst sich in seinem Artikel “Noten und Studien- und Berufserfolg” (in ROST: Handwörterbuch Pädagogische Psychologie, 2001) u. a. mit der Frage, ob Schulnoten geeignet sind, um Studienerfolg, Berufsausbildungserfolg und beruflichen Erfolg zu prognostizieren (vgl. SCHULER in: ROST: 2001, S. 504).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Abiturnoten (in Deutschland und Österreich) nur mittelmäßig Auskunft über Studienleistungenen geben können (r = 0,46). Die Vailidität der Abiturnoten soll in den 1960ern und 1980ern gleich geblieben sein.
Die Abschlussnoten der Real- und Hauptschulen lagen anfangs auf ähnlichem Niveau, was die Prognose-Aussagekraft anbetraf. Im Laufe der Zeit sank die prognostische Validität in Bezug auf die berufliche Ausbildung gravierend, sodass in den 1980ern nur noch ein schwacher Wert von r = 0,26 erreicht wurde.
Die Vorhersage des Berufserfolgs lässt sich mithilfe der Schul- und Examensnoten mit einem etwas besseren Wert, r = 0,30, beziffern, wobei hinzugefügt werden muss, dass dieses Ergebnis nur aufgrund der guten Datenlage aus dem englisch-sprachigen Raum möglich wurde, so Schuler (vgl. SCHULER in: ROST: 2001, S. 505).
Während Schulnoten als Indikator für “Lernfähigkeit” “vermutlich brauchbarer” sind (SCHULER in: ROST: 2001, S. 506) können sie hingegen “nur einen Teil der berufsbezogenen Erfolgsprognosen begründen“ (SCHULER in: ROST: 2001, S. 506).
Diese Veröffentlichung aus dem Jahre 2001 ist zwar nicht die aktuellste, doch nehme ich an, dass sich die Datenlage in den letzten Jahren nicht wesentlich verbessert haben dürfte. Insgesamt lese ich eine doch eher geringe Bedeutung der Schul(abschluss)noten für den weiteren (beruflichen) Verlauf eines Schülers heraus, besonders, wenn man sich die sinkende Aussagekraft der Real- und Hauptschulen anschaut.
Für mich als Pädagoge heißt dies zum Einen, dass ich vermutlich weniger auf Abschlussnoten Wert legen darf, wenn ich versuchen würde, zukünftige Ausbildungs- oder Berufserfolge vorherzusagen. Andererseits liegt darin vielleicht eine Chance, einem Schüler mit etwas schlechteren Abschlussnoten Mut machen zu können, dass diese Noten nicht zwangsläufig mit beruflichen Misserfolg gleichzusetzen sind.
Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge
Benutzte Literatur:
Heinz Schuler: Noten und Studien- und Berufserfolg. In: Detlef H. Rost (Hrsg.): Handwörterbuch Pädagogische Psychologie. Weinheim: Psychologie Verlags Union, Verlagsgruppe Beltz , 2. überarbeitete und erweiterte Auflage, 2001, S. 501 - 507.
Kategorie Ausbildung, Azubi, Beruf, Berufsberater, Berufsbildung, Berufseinstieg, Berufskolleg, Berufsschule, Berufsunfähigkeit, Berufswahl, Berufswahlkoordinator, Bildung, Bildungssystem, Deutsch, Fachbildung, Fachhochschule, Fachhochschulreife, Fachoberschulreife (FOR), Fachoberschulreife mit Qualifikation (FOR-Q), Fortbildung, Gesellschaft, Gesellschaftlicher Wandel, Hochschulreife, Intelligenz, Jobcoach, Jugend, Karriere, Kleine Ursache - große Wirkung!, Kopfnoten, Lehrer, Maßnahmeteilnehmer, Pädagoge, Problem, Pädagogische Kompetenz, Qualifikation, Schule, Schulnoten, Schulpädagogik, Schulsozialarbeit, Schüler, Soft Skills, Sozialisation, Strövers Buch-Tipp, Strövers Jobcoachblogbeiträge, Strövers Kommentar, Strövers Literatur-Tipp, Strövers Recherche, Strövers Seiten & Weblogs, Strövers benutzte Quellen, Student, Studie, Studienwahl, Studium, Teilhabe, Umdenken!, Universität, Vorsicht, Vorurteil, Weiterbildung, Zensur, berufliche Orientierung, beruflicher Erfolg, lernen, qualifiziert, Ärgerlich!, Überraschung | 2 Kommentare »
Montag, den 12. Februar 2007
Das gilt besonders für Jugendliche mit Migrationshintergrund, so bezieht sich foraus.de auf eine Veröffentlichung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

Solche Jugendliche finden nur zu 42 % einen Ausbildungsplatz, alle übrigen kommen deutlich besser weg mit immerhin 54 %.
Logo: © http://www.bibb.de
Anstatt das zu beklagen, gilt jetzt erst recht, die sprachlichen (und sonstigen) Fähigkeiten zu fördern, um die Quote auch für diejenigen zu erhöhen, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen.
Informieren Sie sich und geben Sie nicht auf!
Es gibt Hilfe und gute Möglichkeiten,
die Ausbildungschancen zu verbessern.
Gruß,
Silvio Ströver
Nachtrag vom 04.11.2008:
Das frühere Berufswahlhilfeblog wird nach einem längeren Testlauf nicht mehr weitergeführt. Daher wurde der obenstehende (ursprüngliche) Berufswahlhilfeblogbeitrag ins neugegründete (01.07.2008) Jobcoachblog übertragen. Folglich musste der transferierte Blogbeitrag neu angepasst werden*. (Ähnliche Blogfusionen gibt es übrigens auch im neuen Naturpaedblog und im bewährten Paedblog.) -
Inzwischen habe ich bereits viele archivierte Blogbeiträge überarbeitet,* da oftmals angegebene Links nicht mehr aktuell waren und die neuere Wordpress-Weblogsoftware die Eingabe von Tags ermöglicht, mit deren Hilfe Blogbeiträge im Internet schneller wiedergefunden werden können. Zudem ist der ein oder andere Blogartikel aus früheren - nicht mehr existierenden - Weblogs bzw. von älteren Webseiten entnommen worden dank der nicht-wirklich-funktionierenden Wordpress-Import-Funktion. Schließlich habe ich einige neue Blogkategorien* gebildet, um Blogbeiträge thematisch besser zuzuordnen bzw. damit diese schnell vom Blogleser in der Kategorie-Rubrik bzw. im Suchfenster des Blogarchivs gefunden werden.
Ansonsten viel Spaß beim Stöbern im Jobcoachblog-Archiv!
Gruß,
Silvio Ströver, Dipl.-Pädagoge
Kategorie 2007, 2008, Allgemeinbildung, Arbeit, Arbeitgeber, Ausbildung, Ausbildungsberufe, Ausbildungsplatz, Azubi, Beratung, Beruf, Berufsbildung, Berufskolleg, Berufsschule, Berufswahl, Berufswahlkoordinator, Bewerber, Bewerbung, Bewerbungs-Fehler, Bildung, Deutsch, Die Chance!, Dortmund, Erfahrung, Fortbildung, Gesellschaft, Initiativbewerbung, Job-Suche, Jobcoach, Karriere, Konrad-Klepping-Berufskolleg, Kostenloses Material, Lebenslauf, Mathematik, Maßnahme, Meldungen, Multikulti, Neu!, News, Praktikumssuche, Problem, Problem gelöst, Qualifikation, Qualifizierungsmaßnahme, Schule, Schulpädagogik, Schulsozialarbeit, Schüler, Soft Skills, Soziale Arbeit, Sozialisation, Sozialpädagogik, Sprache, Sprachförderung, Strövers Ankündigung, Strövers Berufswahlhelferblog, Strövers Blogtechnisches, Strövers Jobcoachblog, Strövers Jobcoachblogbeiträge, Strövers Recherche, Strövers Seiten & Weblogs, Strövers Stand der Dinge!, Strövers benutzte Quellen, Strövers transferierte Bloginhalte, Studie, Teilhabe, Termin, Test, Textarbeit, Tipps, Training, Vorsicht, Vorstellungsgespräch, Vorurteil, WICHTIG!, Weiterbildung, Wie gehabt..., Zensur, berufliche Orientierung, beruflicher Erfolg, qualifiziert, zweisprachig | 0 Kommentar »
Freitag, den 15. Dezember 2006
Je ungebildeter, desto eher arbeitslos.
Eindeutiger geht es nicht, wenn es im Informationssystem Studienwahl & Arbeitsmarkt, kurz ISA, heißt: “Je niedriger die Qualifikation, desto höher das Risiko von Arbeitslosigkeit”
Logo: © http://www.uni-duisburg-essen.de/isa
Sicher, die Arbeitslosigkeit kann grundsätzlich jeden treffen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer es ist, in den Beruf reinzukommen. Aber unmöglich ist es nicht. Eine Chance liegt darin, für sich selbst die beste Bildung zukommen zu lassen, die man nur ergreifen kann. Das gilt schon im Prinzip für die Jüngsten, aber erst Recht für die Jugendlichen und Erwachsenen.
Bildung ist also nicht nur ein “Geschäft”
für Erzieher, Lehrer und Dozenten, sondern letzten Endes auch für einen selbst: Für die Kinder, für den jugendlichen Schüler, für all diejenigen, die eine Bildungseinrichtung besuchen oder sich autodidaktisch fortbilden.
Lebenslanges Lernen ist zweischneidig:
Auf der einen Seite profitieren Menschen, die zu lernen gelernt haben, aber andererseits erfordert es Disziplin und jede Menge Anstrengung.
Doch jeder hat es mit in der Hand, das Bildungsgeschehen nicht etwa einer einsamen “Elite” zu überlassen…
Gruß,
Silvio Ströver
Nachtrag vom 30.10.2008:
Das frühere Berufswahlhilfeblog wird nach einem längeren Testlauf nicht mehr weitergeführt. Die Blogbeiträge gehen daher ins neugegründete (01.07.2008) Jobcoachblog über, genau so, wie es im neuen Naturpaedblog und im bewährten Paedblog auch der Fall ist. Folglich musste der obenstehende (ehemals) Berufswahlhilfe-Blogbeitrag neu im Jobcoachblog angepasst werden*. -
Inzwischen habe ich bereits viele archivierte Blogbeiträge überarbeitet, da oftmals angegebene Links nicht mehr aktuell waren und die neuere Wordpress-Weblogsoftware die Eingabe von Tags ermöglicht, mit deren Hilfe Blogbeiträge im Internet schneller wiedergefunden werden können. Zudem ist der ein oder andere Blogartikel aus früheren - nicht mehr existierenden - Weblogs bzw. von älteren Webseiten entnommen worden dank der nicht-wirklich-funktionierenden Wordpress-Import-Funktion. Schließlich habe ich einige neue Blogkategorien* gebildet, um Blogbeiträge thematisch besser zuzuordnen bzw. damit diese schnell vom Blogleser in der Kategorie-Rubrik bzw. im Suchfenster des Blogarchivs gefunden werden.
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Silvio Ströver, Dipl.-Pädagoge
Kategorie 2006, 2008, ALG II, Abitur, Abschluss, Arbeitslos, Ausbildung, Beruf, Berufsbildung, Berufskolleg, Berufsschule, Berufsunfähigkeit, Bewerber, Bildung, Bildungssystem, Die Chance!, Dozent, Erzieher, Fachbildung, Fachhochschule, Fortbildung, Generation Praktikum?, Gesellschaft, Hartz IV, Hochschulreife, Job-Suche, Karriere, Lebenslauf, Menschenbildung, Problem, Problem gelöst, Qualifikation, Schule, Schulpädagogik, Schulsozialarbeit, Schüler, Selbständigkeit, Sicherheit, Soziale Arbeit, Sozialisation, Strövers Ankündigung, Strövers Berufswahlhelferblog, Strövers Blogtechnisches, Strövers Jobcoachblog, Strövers Jobcoachblogbeiträge, Strövers Link-Tipp, Strövers Seiten & Weblogs, Strövers Stand der Dinge!, Strövers benutzte Quellen, Strövers transferierte Bloginhalte, Student, Studienwahl, Studium, Teilhabe, Tipps, Training, Universität, WICHTIG!, Weblogspezifisches (Wordpress), Weiterbildung, Wie gehabt..., Zensur, Zögling, berufliche Orientierung, beruflicher Erfolg, qualifiziert, Ärgerlich! | 1 Kommentar »
Dienstag, den 28. November 2006

Oftmals beklagen Schülerinnen & Schüler, dass sie schlichtweg überfordert sind. Freilich sagen sie es nicht gleich direkt, jedenfalls nicht so, wie man es vielleicht gerne hätte. Sie haben ihre eigene Ausdrucksweise dafür: Vielmehr zeigt sich das in schlechten Noten, im Schuleschwänzen und im veränderten Verhalten gegenüber anderen. Doch wer meint, dass Lehrerinnen & Lehrer alles beherrschen, was sie selbst ihren Zöglingen versuchen, beizubringen, der irrt. Gerade in Sachen Medienpädagogik haben es die Schüler dann doch vielleicht etwas einfacher. Nach einem heutigen Weblogeintrag von Thomas Happ stellt sich heraus, dass auch Lehrerinnen & Lehrer sich oft in Sachen E-Learning schwertun.
Das zeigt mal wieder, dass Bildung echte Arbeit sein kann und nicht vor dem Berufsstand halt macht. Bildung ist nicht selten ein mühsames Geschäft, das doch oft einem selbst nur etwas einbringt.
Also schön “am Ball” bleiben,
medienpädagogische Grüße
Silvio Ströver
Nachtrag vom 16.10.2008:
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Silvio Ströver, Dipl.-Pädagoge
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