Archiv der Kategorie ‘Sozialisation‘
Freitag, den 26. März 2010
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Mittwoch, den 23. Dezember 2009
Heinz Schuler befasst sich in seinem Artikel “Noten und Studien- und Berufserfolg” (in ROST: Handwörterbuch Pädagogische Psychologie, 2001) u. a. mit der Frage, ob Schulnoten geeignet sind, um Studienerfolg, Berufsausbildungserfolg und beruflichen Erfolg zu prognostizieren (vgl. SCHULER in: ROST: 2001, S. 504).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Abiturnoten (in Deutschland und Österreich) nur mittelmäßig Auskunft über Studienleistungenen geben können (r = 0,46). Die Vailidität der Abiturnoten soll in den 1960ern und 1980ern gleich geblieben sein.
Die Abschlussnoten der Real- und Hauptschulen lagen anfangs auf ähnlichem Niveau, was die Prognose-Aussagekraft anbetraf. Im Laufe der Zeit sank die prognostische Validität in Bezug auf die berufliche Ausbildung gravierend, sodass in den 1980ern nur noch ein schwacher Wert von r = 0,26 erreicht wurde.
Die Vorhersage des Berufserfolgs lässt sich mithilfe der Schul- und Examensnoten mit einem etwas besseren Wert, r = 0,30, beziffern, wobei hinzugefügt werden muss, dass dieses Ergebnis nur aufgrund der guten Datenlage aus dem englisch-sprachigen Raum möglich wurde, so Schuler (vgl. SCHULER in: ROST: 2001, S. 505).
Während Schulnoten als Indikator für “Lernfähigkeit” “vermutlich brauchbarer” sind (SCHULER in: ROST: 2001, S. 506) können sie hingegen “nur einen Teil der berufsbezogenen Erfolgsprognosen begründen“ (SCHULER in: ROST: 2001, S. 506).
Diese Veröffentlichung aus dem Jahre 2001 ist zwar nicht die aktuellste, doch nehme ich an, dass sich die Datenlage in den letzten Jahren nicht wesentlich verbessert haben dürfte. Insgesamt lese ich eine doch eher geringe Bedeutung der Schul(abschluss)noten für den weiteren (beruflichen) Verlauf eines Schülers heraus, besonders, wenn man sich die sinkende Aussagekraft der Real- und Hauptschulen anschaut.
Für mich als Pädagoge heißt dies zum Einen, dass ich vermutlich weniger auf Abschlussnoten Wert legen darf, wenn ich versuchen würde, zukünftige Ausbildungs- oder Berufserfolge vorherzusagen. Andererseits liegt darin vielleicht eine Chance, einem Schüler mit etwas schlechteren Abschlussnoten Mut machen zu können, dass diese Noten nicht zwangsläufig mit beruflichen Misserfolg gleichzusetzen sind.
Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge
Benutzte Literatur:
Heinz Schuler: Noten und Studien- und Berufserfolg. In: Detlef H. Rost (Hrsg.): Handwörterbuch Pädagogische Psychologie. Weinheim: Psychologie Verlags Union, Verlagsgruppe Beltz , 2. überarbeitete und erweiterte Auflage, 2001, S. 501 - 507.
Kategorie Ausbildung, Azubi, Beruf, Berufsberater, Berufsbildung, Berufseinstieg, Berufskolleg, Berufsschule, Berufsunfähigkeit, Berufswahl, Berufswahlkoordinator, Bildung, Bildungssystem, Deutsch, Fachbildung, Fachhochschule, Fachhochschulreife, Fachoberschulreife (FOR), Fachoberschulreife mit Qualifikation (FOR-Q), Fortbildung, Gesellschaft, Gesellschaftlicher Wandel, Hochschulreife, Intelligenz, Jobcoach, Jugend, Karriere, Kleine Ursache - große Wirkung!, Kopfnoten, Lehrer, Maßnahmeteilnehmer, Pädagoge, Problem, Pädagogische Kompetenz, Qualifikation, Schule, Schulnoten, Schulpädagogik, Schulsozialarbeit, Schüler, Soft Skills, Sozialisation, Strövers Buch-Tipp, Strövers Jobcoachblogbeiträge, Strövers Kommentar, Strövers Literatur-Tipp, Strövers Recherche, Strövers Seiten & Weblogs, Strövers benutzte Quellen, Student, Studie, Studienwahl, Studium, Teilhabe, Umdenken!, Universität, Vorsicht, Vorurteil, Weiterbildung, Zensur, berufliche Orientierung, beruflicher Erfolg, lernen, qualifiziert, Ärgerlich!, Überraschung | 2 Kommentare »
Sonntag, den 13. Dezember 2009
Kopfnoten werden sehr kontrovers diskutiert. Die einen sind überzeugt davon, dass Noten über das Arbeits- und Sozialverhalten helfen, ein realistischeres Bild über Schüler zu erhalten, während andere klagen:
“Wenn im Abschlusszeugnis die Note befriedigend im Arbeitsverhalten auftaucht, bedeutet das null Chance auf einen Job” (siehe: http://bildungsklick.de/a/71350/kopfnoten-klare-rueckmeldung-oder-druckmittel)
Solange es (wieder) Kopfnoten gibt, müssen sich Schülerinnen und Schüler doppelt anstrengen, um ihre Bewerber-Situation nicht zu gefährden. - Dumm nur, wenn es z. B. Konflikte mit Lehrerinnen bzw. Lehrern gibt, wo Schüler im Nachteil sind. Schnell werden aus kritischen Schülern störende Schüler. Entsprechend (schlecht) sehen dann die Kopfnoten aus. Ob das gerecht ist?
Die Kirchen haben haben offenbar eine ganz klare Meinung dazu, sie lehnen Kopfnoten ab. Aber auch viele Pädagogen und andere Experten kritisieren Kopfnoten, da sie nicht aus pädagogischen Motiven heraus eingeführt wurden, sondern scheinbar nur aus wirtschaftlichen Gründen. Es bleibt unklar, was Kopfnoten eigentlich sein sollen und wie man zu den Noten kommt. Was der eine Lehrer als sehr gut einstuft, wird die andere Lehrerin als befriedigend ansehen.
Und schließlich noch das Irreführende: Wenn Schüler z. B. für ihr Verhalten ein “befriedigend” bekommen, meinen sie oft, dass es tatsächlich in Ordnung sei, denn ein “befriedigend” klingt doch nach solidem Mittelmaß. Doch da es dann nur insgesamt vier Noten-Abstufungen gibt, ist das “befriedigend” eher schlecht einzustufen. Denn von insgesamt vier Notenmöglichkeiten nur das Drittbeste zu erreichen, ist nicht wirklich schön. Wird hier also auch noch Etikettenschwindel betrieben?
Machen Sie sich ein eigenes Bild zu diesem Thema:
Weitere Nachrichten und Standpunkte zu den umstrittenen Kopfnoten gibt es u. a. hier:
http://www.prcenter.de/Kinderstube-Knigge-Kopfnoten-Sind-das-Arbeits-und-Sozialverhalten-wichtiger-als-Zeugnisse-.23945.html
http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/174256
http://www.formelausbildung.de/pdf/HalternerZeitung_24.09.2008.pdf
http://www.ksta.de/html/artikel/1143027840465.shtml
http://bildungsklick.de/pm/62248/gew-fordert-komplette-streichung-der-kopfnoten
http://www.wdr.de/themen/wissen/bildung/schule/kopfnoten/080620.jhtml
http://www.lsvnrw.de/publikationen/archiv_der_lsv_nrw/ldk_archiv/91_ldk/r1_kopfnoten_abschaffen
http://bildungsklick.de/topic/kopfnoten
http://www.online-artikel.de/article/kinderstube-knigge-kopfnoten-7133-1.html
http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Erziehung/Kopfnoten/Positive_Kopfnoten/index.html
http://www.scenario4u.de/index.php?cmd=article&aid=1216
http://www.focus.de/schule/schule/bildungspolitik/nrw-anzahl-der-kopfnoten-wird-gesenkt_aid_335307.html
http://schulpaedagogik.blogspot.com/2008/01/das-kopfnoten-dilemma-in-nrw.html
http://schulpaedagogik.blogspot.com/2008/01/das-kopfnoten-dilemma-teil-2.html
http://www.wdr.de/themen/politik/nrw04/landtag_2008/080528.jhtml
http://www.schwerin-city.de/information/ihk-einfuehrung-kopfnoten-503.html
http://eltern.t-online.de/sozialverhalten-kopfnoten-werden-kontrovers-diskutiert/id_17507544/index
http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Presse/Meldungen/PM_2008/pm_05_11_2008.html
http://www.zeit.de/online/2008/04/Kopfnoten
http://www.ratgeberrecht.eu/arbeitsr-aktuell/arbeitsrecht-kopfnoten.html
http://www.anwalt.de/rechtstipps/aktuelle-rechtstipps-zur-anfechtung-von-kopfnoten-und-zum-widerspruch-gegen-zeugnisse-in-nrw_003018.html
http://www.vnr.de/b2c/familie/kinder/wie-ihr-kind-gute-kopfnoten-erzielt.html
http://www.jurablogs.com/de/beschwerdeflut-gegen-kopfnoten
http://www.westfaelische-nachrichten.de/service/klasse_wn/schuelertexte/972040_Kopfnoten_Eigentlich_eine_gute_Sache.html
http://wordpress.blokey.de/2006/09/07/sommerliche-kopfnoten-oder-zuruck-in-die-vergangenheit
http://www.elternforen.com/thema33683.htm
http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2007/06/18/a0019
http://www.derwesten.de/staedte/schmallenberg/Schlechte-Noten-fuer-Kopfnoten-id887377.html
http://de.indymedia.org/2007/12/203335.shtml
Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge
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Mittwoch, den 21. Oktober 2009

…auf eine berufliche Zukunft haben die jungen Menschen, die keinen Schulabschluss haben. Diese Aussage wird durch eine neuere Studie belegt. Lesen Sie dazu die Zusammenfassung auf der folgenden Webseite der “Zeitschrift für Erziehungswissenschaft”:
http://www.springerlink.com/content/45034811p68j17nj
Ein Text-Auszug der oben genannten Webseite verdeutlicht, wo eine effektive Unterstützung der Jugendlichen ansetzen muss und wo die engen Grenzen der pädagogischen Förderung von Jugendlichen liegen:
“Ein Vergleich von gelungenen und misslungenen Übergangsverläufen macht u.a. folgende Determinanten sichtbar, die pädagogisch gestaltet werden können: Betriebspraktika, Unterstützung durch die Herkunftsfamilie und eine professionelle Unterstützung des Berufswahlprozesses*. Neben diesen Einflussfaktoren ist auch die Lage auf den regionalen Arbeitsmärkten für eine gelungene Eingliederung in ein Ausbildungsverhältnis von großer Bedeutung. Durch die enge Verknüpfung mit dem (z.T. schlechten) Arbeitsmarkt, sind den pädagogischen Interventionsmöglichkeiten Grenzen gesetzt. ”
Quelle:
http://www.springerlink.com/content/45034811p68j17nj
[*Hervorgehoben durch den Blogbetreiber!]
Weitere Informationen zur Zeitschrift:

Artikel
Ohne Schulabschluss in die Berufsausbildung: Ergebnisse einer Längsschnittuntersuchung
Vocational Training Without a Secondary School Certificate: Results of a longitudinal study.
Nora Gaupp, Tilly Lex and Birgit Reißig
PDF (445,6 KB)
HTML http://www.springerlink.com/content/45034811p68j17nj
Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge
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Samstag, den 5. September 2009

Bild : © http://www.dasa-dortmund.de
Die Deutsche Arbeitsschutzausstellung (DASA) in Dortmund (NRW) führt zum 12. mal einen Jugendkongress durch. Dort können sich Jugendliche (ab 14 Jahren) am 16. und 17. September 2009 “viele Ideen zum Einstieg in die Arbeitswelt(…) holen. Pläne für die berufliche Zukunft schmieden und mehr über neue Berufsbilder, Berufswege und Ausbildungsmöglichkeiten erfahren.”
Quelle:
http://www.dasa-dortmund.de/de/Jugendkongress/Jugendkongress.html?__nnn=true
Weitere Informationen finden Sie in dieser Pdf-Datei zum Download:
http://www.dasa-dortmund.de/nn_83150/de/Veranstaltungen-und-Aktuelles/Veranstaltungen/pdf/Jugendkongress-2009.pdf?
Silvio Ströver
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