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Jobcoach Ströver » Maßnahme

Archiv der Kategorie ‘Maßnahme‘

Der Zwang in der (Berufswahl-) Freiheit und ihre Folgen

Mittwoch, den 28. April 2010

Man mag meinen, dass Freiheit doch ganz wunderbar sei! Natürlich genießen wir die Freiheit in unserem Leben, wo sie uns zu bereichern scheint. Doch nicht immer und überall kommen Menschen damit zurecht, ihr Leben selbst zu gestalten, zumal sie dann dafür geradestehen müssen, wenn etwas “daneben” geht. So gab es im mittelalterlichen Feudalismus beispielsweise keine Berufswahlfreiheit, denn der gesellschaftliche Stand, in dem der Einzelne hineingeboren wurde, bestimmte das weitere, auch berufliche Leben. So blieb dem Sohn eines Bauern nicht viel übrig, als in die (beruflichen) Fußstapfen seines Vaters zu treten. Dafür konnte er wenigstens (im christlichen Mittelalter) Gott die Schuld in die Schuhe schieben, wenn das Leben unglücklich verlief. Und heute?

Heute liegt es prinzipiell an jedem Einzelnen, etwas aus seinem Leben zu machen. “Vom Tellerwäscher zum Millionär!” Wer schon früh viel zu leisten vermag, erhöht seine Chance, auch die Karriereleiter steil nach oben zu erklimmen.

Doch was passiert mit den vielen jungen Menschen, die kein Einser-Abitur schaffen oder das Studium abbrechen? Was geht in Schülern vor, die ohne Schulabschluss die Schule verlassen (müssen)?

In diesem Kontext beschreibt Reiner Preul ganz treffend:

‘Prinzipiell ist jede gesellschaftliche Position für jeden erreichbar: durch den Erwerb entsprechender Qualifikationen und durch etwas Fortune. Der Satz des Paulus “Ein jeder bleibe in dem Stand, in dem er berufen wurde” (1. Kor. 7, 20 nach der Züricher Bibel) ist obsolet geworden. Jeder ist, was seine soziale Lebensplanung, seine Karriere, betrifft, seines Glückes Schmied, und es wird ihm zugemutet, das zu sein. Diese Vorstellung führt beim Heranwachsenden zunächst zur Produktion von Wunschträumen. Dann stellt sich die Aufgabe, die tatsächlich vorhandenen Talente und Kräfte zu erkennen und diese Erkenntnis mit den Wunschvorstellungen zu vermitteln, wobei diese in der Regel korrigiert und auf das tatsächlich realisierbare Maß zurückgeschnitten werden müssen. (…) Ich kann nur etwas, weil ich mir etwas zutraue, und ich traue mir nur etwas zu, weil ich nachgewiesenerweise etwas kann. Das impliziert dann die weitere Aufgabe, die Fähigkeiten (…) auszubilden. So erfolgsversprechend und sinnvoll diese Strategie zu sein scheint, man beschreitet damit doch einen Weg voller Klippen und Unwägbarkeiten. Schon die Notwendigkeit der innerpsychischen Reduktion von Zielphantasien ist für viele mit herben Enttäuschungserfahrungen verbunden (…). Man fühlt sich dann entweder als Versager oder als Opfer, und beides ist gleichermaßen frustrierend. Die narzisstische Kränkung wird verschärft, wenn zur eigenen Verunsicherung die der enttäuschten Eltern hinzutritt: Was soll aus ihm/aus ihr bloß werden?’

Quelle: PREUL: 2003, S. 39-40

Reiner Preul (Praktische Theologie), schlussfolgert in seinem eben zitierten Buch “So wahr mir Gott helfe! Religion in der modernen Gesellschaft“, dass sich Kirche verstärkt um die besagte Kränkungen, um “Midlifekrisen” und Frustrationen von betroffenen Menschen kümmern muss.

 

Bezogen auf die Pädagogik heißt das, dass dort geholfen werden muss, wo Menschen Misserfolge zu verkraften haben, wo sie spüren, dass sie nicht mithalten konnten wie vielleicht andere. Kompensation heißt hier das Stichwort, das Preul nennt. Ein Begriff, der die gesellschaftliche Verantwortung in der heutigen “Leistungsgesellschaft” gut verdeutlicht.

Buch-Tipp:

Reiner Preul: So wahr mir Gott helfe! Religion in der modernen Gesellschaft. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2003.

ISBN 3-534-14303-5

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Linktipps -Bundesagentur für Arbeit

Freitag, den 26. März 2010

Es gilt, die Sidebar des Weblogs ein wenig umzugestalten. Daher werden die Links in der rechten Blog-Spalte jeweils in thematisch geordneten Blogbeiträgen Platz finden.

Hier also ein erster Blogartikel mit Link-Tipps, die sich auf die Bundesagentur für Arbeit beziehen:

2009_11_27_baa_logo_header.jpg

  Logo: © http://www.arbeitsagentur.de

2009_11_27_logo_jobboerse1.jpg

Logo: © http://jobboerse.arbeitsagentur.de

Bundesagentur für Arbeit

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Schlechte Chancen

Mittwoch, den 21. Oktober 2009

ZfE

…auf eine berufliche Zukunft haben die jungen Menschen, die keinen Schulabschluss haben.  Diese Aussage wird durch eine neuere Studie belegt. Lesen Sie dazu die Zusammenfassung auf der folgenden Webseite der “Zeitschrift für Erziehungswissenschaft”:

http://www.springerlink.com/content/45034811p68j17nj

Ein Text-Auszug der oben genannten Webseite verdeutlicht, wo eine effektive Unterstützung der Jugendlichen ansetzen muss und wo die engen Grenzen der pädagogischen Förderung von Jugendlichen liegen:

“Ein Vergleich von gelungenen und misslungenen Übergangsverläufen macht u.a. folgende Determinanten sichtbar, die pädagogisch gestaltet werden können: Betriebspraktika, Unterstützung durch die Herkunftsfamilie und eine professionelle Unterstützung des Berufswahlprozesses*. Neben diesen Einflussfaktoren ist auch die Lage auf den regionalen Arbeitsmärkten für eine gelungene Eingliederung in ein Ausbildungsverhältnis von großer Bedeutung. Durch die enge Verknüpfung mit dem (z.T. schlechten) Arbeitsmarkt, sind den pädagogischen Interventionsmöglichkeiten Grenzen gesetzt. ”

Quelle:

http://www.springerlink.com/content/45034811p68j17nj

[*Hervorgehoben durch den Blogbetreiber!]

Weitere Informationen zur Zeitschrift:

 

No access to content

 

Artikel

 

Ohne Schulabschluss in die Berufsausbildung: Ergebnisse einer Längsschnittuntersuchung

 

Vocational Training Without a Secondary School Certificate: Results of a longitudinal study.

 

Nora Gaupp, Tilly Lex and Birgit Reißig

 

Full TextPDF (445,6 KB)Full TextHTML  http://www.springerlink.com/content/45034811p68j17nj

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Schulen mit Förderung des Berufseinstiegs

Donnerstag, den 6. November 2008

Wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales meldet, gibt es eine ganze Reihe an deutschen Schulen, die (nach § 421s SGB III) ihre Schülerinnen und Schüler (ab Februar 2009) auf den anstehenden Berufseinstieg vorbereiten sollen (z. B. http://www.arbeitsagentur.de/nn_178298/zentraler-Content/Ausschreibungen/REZ-NRW/Berufseinstiegsbegleiter/Uebersicht.html).

Eine Pdf-Datei auf der BMAS-Webseite gibt auf über 50 Seiten Auskunft darüber, um welche Schulen es sich dabei handelt:

http://www.bmas.de/coremedia/generator/29378/property=pdf/2008__11__04__liste__der__schulen__mit__berufseinstiegsbegleitung.pdf

Gruß,

Silvio Ströver

Ausbildungschancen verschlechtern sich

Montag, den 12. Februar 2007

Das gilt besonders für Jugendliche mit Migrationshintergrund, so bezieht sich foraus.de auf eine Veröffentlichung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

Solche Jugendliche finden nur zu 42 % einen Ausbildungsplatz, alle übrigen kommen deutlich besser weg mit immerhin 54 %.

Logo: © http://www.bibb.de

Anstatt das zu beklagen, gilt jetzt erst recht, die sprachlichen (und sonstigen) Fähigkeiten zu fördern, um die Quote auch für diejenigen zu erhöhen, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen.

Informieren Sie sich und geben Sie nicht auf!

Es gibt Hilfe und gute Möglichkeiten,
die Ausbildungschancen zu verbessern.

Gruß,
Silvio Ströver

Nachtrag vom 04.11.2008:

Das frühere Berufswahlhilfeblog wird nach einem längeren Testlauf nicht mehr weitergeführt. Daher wurde der obenstehende (ursprüngliche) Berufswahlhilfeblogbeitrag ins neugegründete (01.07.2008) Jobcoachblog übertragen. Folglich musste der transferierte Blogbeitrag neu angepasst werden*. (Ähnliche Blogfusionen gibt es übrigens auch im neuen Naturpaedblog und im bewährten Paedblog.) -

Inzwischen habe ich bereits viele archivierte Blogbeiträge überarbeitet,* da oftmals angegebene Links nicht mehr aktuell waren und die neuere Wordpress-Weblogsoftware die Eingabe von Tags ermöglicht, mit deren Hilfe Blogbeiträge im Internet schneller wiedergefunden werden können.  Zudem ist der ein oder andere Blogartikel aus früheren - nicht mehr existierenden - Weblogs bzw. von älteren Webseiten entnommen worden dank der nicht-wirklich-funktionierenden Wordpress-Import-Funktion. Schließlich habe ich einige neue Blogkategorien* gebildet, um Blogbeiträge thematisch besser zuzuordnen bzw. damit diese schnell vom Blogleser in der Kategorie-Rubrik bzw. im Suchfenster des Blogarchivs gefunden werden.

Ansonsten viel Spaß beim Stöbern im Jobcoachblog-Archiv!

Gruß,

Silvio Ströver, Dipl.-Pädagoge