Dank der Demographie automatisch zum Traumjob?
Nach einer Zeitungsmeldung vom 14.05.2008 (Westfälische Rundschau, Nr. 111) zu urteilen, scheint sich die Lage für junge Bewerber um eine Ausbildungsstelle allmählich zu entspannen. Der demographische Faktor wirkt sich offenbar inzwischen zugunsten der Ausbildungsplatzsuchenden aus:
Folgende Ausbildungsstellen sind gemeldet:
01. Industriekaufmann/-frau
02. Einzelhandelskauffrau /-mann
03. Bankkaufmann /-frau
04. Bürokauffrau /-mann
05. Industriemechaniker /-in
06. Kauffrau /-mann im Groß- und Außenhandel (Fachrichtung Großhandel)
07. Kaufmann /-frau für Bürokommunikation
08. Verkäufer/ -in
09. Medizinische /-r Fachangestellt/-r
10. Koch / Köchin
Dagegen sind folgende Ausbildungsstellen bisher unbesetzt:
01. Kaufmann / -frau im Einzelhandel
02. Bürokauffrau / -mann
03. Industriekaufmann / -frau
04. Verkäufer / -in
05. Kauffrau / -mann im Groß- und Außenhandel (Fachrichtung Großhandel)
06. Industriemechaniker /- in
07. Kauffrau / -mann für Bürokommunikation
08. Koch / Köchin
09. Fachverkäufer / -in im Lebensmittelhandwerk (Schwerpunkt Bäckerei)
10. Bankkauffrau /-mann
(vgl. Westfälische Rundschau, Nr. 111, 14.05.2008, S. 2)
Bedeutet das, dass bequeme Bewerber einfach warten müssen, bis der Ausbilder “hier” schreit? Ich denke, dass wäre mit absoluter Sicherheit die falsche Einstellung. Denn schwache Leistungen bzw. fehlende Umgangsformen werden trotzdem nicht gerne gesehen:
Der in der WR zitierte Ausbildungsexperten Thilo Pahl (DIHK) beschreibt, dass das mündliche und schriftliche Ausdrucksvermögen und die Mathematikkenntnisse von jungen Bewerberinnen und Bewerbern zu wünschen übrig lassen. Zudem hätten viele nur gering ausgeprägte Sozialkompetenzen, auch wird die mitunter hohe Zahl von Altbewerbern (ab einer mindestens einjährigen Ausbildungsplatzsuche gilt der Jugendliche als “Altbewerber”) beklagt. Ein Fünftel der Jugendlichen schaffe es nur, auf Grundschulniveau zu rechnen, lesen und zu schreiben (vgl. Westfälische Rundschau, Nr. 111, 14.05.2008, S. 2).
Offenbar muss sich die Wirtschaft auch verstärkt um leistungsschwächere Bewerber kümmern, will man den jeweiligen Personalbestand nicht reduzieren. Doch ich kann mir nicht vorstellen, dass dies bedeutet, dass jede(r) auf jeden Fall jede Wunsch-Ausbildungsstelle erhält. Wer als Schüler bereit ist, etwas mehr zu tun, um gegen seine Schwächen anzugehen, kann sicher sein, optimale Chancen auf dem Ausbildungsmarkt zu haben.
Schließlich gilt auch hier, nicht nur das zu nehmen, was sich so ergibt, sondern idealerweise auszuwählen. Kluge Bewerber arbeiten an sich, um das Bestmögliche zu erreichen. Wer meint, die Demographie garantiere quasi ohne eigenes Zutun eine Ausbildungsstelle, wird sich gewiss noch wundern…
Also, lernen, üben und arbeiten Sie für sich,
das freut nicht nur den Arbeitgeber,
Gruß,
Silvio Ströver, Dipl. Pädagoge